wpct01d.jpg (2988 Byte)lw02b.jpg (1683 Byte)Die Landesgruppe Berlin in der Landsmannschaft Westpreußen e.V.

Landesvorsitzender: Diplom-Geograph Reinhard M.W. Hanke (Wirsitz/Deutsch Krone),
Stellvertretende Vorsitzende: Alfred Dreher (Zempelburg), Prof. Helmut Keutner (WBW)
Schatzmeister:
 Dieter Kosbab (Rosenberg), Hildegard Weigelt (Thorn)
Beisitzer:
Gerhard Gerz, Dr. Peter Letkemann, Ingrid Seidel, Christine Veit

E-Post: post@westpreussen-berlin.de

-aus dem Mitteilungsblatt Nr 62(1) Januar 2004 -18. Jahr

 

Nr. 62                          Westpreußen     Mitteilungen Berlin                           Seite 2

 

 

Die westpreußische Bundesversammlung wählte am 26. September 2003 einen neuen Bundesvorstand: von links, 2.Reihe:Stv.Vors. H.-Jürgen Kämpfet, Vors. Siegfried Sieg, stv. Vors. Hans-Jürgen Schuch, Kulturref. Reinhard M.W. Hanke; vorn: Beisitzer Martin Stender, Frauenref. Heidrun Ratza-Potrykus, Beis. Egon Seehawer, Beis. Waltraud von Schaewen-Scheffler, Armin Fenske. Foto: Barbara Kämpfer! (DW)


Die Umbenennung der Schlesien-Oberschule in Berlin-Charlottenburg, eine zweite Vertreibung der Ostdeutschen?

Die     Bezirksverordnetenversammlung    von Charlottenburg-Wilmersdorf hat am 30. Oktober 2003 den Weg für die Umbenennung der Schlesien-Oberschule      in      Oppenheim-Oberschule freigemacht. In einer namentlichen Abstimmung stimmten die Fraktionen  von CDU und FDP geschlossen  gegen  die  Umbenennung,  die antragstellende    SPD-Fraktion    (mit   einer Ausnahme) und die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen für die Umbenennung, ebenso die beiden fraktionslosen Verordneten der PDS.

Unsere Hochachtung gilt den Fraktionen von CDU und FDP und nicht zuletzt dem SPD-Verordneten Uwe Schutt; letzterer hatte in einer Rede seine ablehnende Haltung zur Umbenennung begründet und dabei die Situation der Vertriebenen ostdeutschen Bevölkerung nach dem 2. Weltkrieg dargelegt. Befremdend wirkte dagegen der „Jubel" des Verordneten Andreas Koska (B 90/Die Grünen), nach der Abstimmung, wurde er doch im oberschlesischen Beuthen geboren und ist Mitglied der auf Versöhnung bedachten Deutsch-polnischen Gesellschaft...

Die Begründungen für die Umbenennung waren abenteuerlich. So blieb nicht der Hinweis auf den hohen Anteil von Schülern ausländischer Herkunft aus (etwa 33 %?). Diese Schüler könnten mit dem Begriff Schlesiens nichts anfangen, außerdem wolle man diese Schüler, vor allem die arabisch-muslimischer   Herkunft,   mit   dem   Namen Oppenheim dazu bringen, sich mit jüdischen Fragen auseinanderzusetzen...

Unsere Bemühungen, die Umbenennungen zu verhindern, gerade auch im Hinblick auf die im Bezirk bestehenden Marienburg- und Pommern-Oberschule, sind fehlgeschlagen. Die Angehörigen der Schlesien-Oberschule (Lehrer, Eltern, Schüler) und die Anwohner wurden von uns über die Bedeutung Schlesiens für die deutsche (und gerade auch jüdische) Kultur nicht aufgeklärt, die Betroffenen konnte so nicht für unsere Interessen mobilisiert werden. Wir bedauern, dass die Sozialdemokratische Partei Deutschlands sich (wieder   einmal)   gegen   die   vertriebenen Ostdeutschen  hat   instrumentalisieren   lassen. Schade. Aber: was tut sich nun in Zukunft für die Pflege    der    Kultur    des    historischen Ostdeutschlands? Auch eine Oppenheim-Oberschule könnte sich mit Schlesien beschäftigen und dann auch dessen reichem jüdischen Erbe!

M.S.



Landsmännin Erika Niemann über 50 Jahre aktiv im Dienst für die Heimat

Mehr als fünf Jahrzehnte war Erika Niemann in der Kreisgruppe Rosenberg aktiv tätig, den meisten Westpreußen ist sie jedoch vor allem als „guter Geist" der Geschäftsstelle im Deutschlandhaus bekannt geworden, wo sie zuletzt zusammen mit Elfriede Schulz (Elbing) das Büro führte. Sie hat alle Auszeichnungen Ehrungen der  Landsmannschaft Westpreußen und des Bundesheimatkreises Rosenberg erhalten. Besonders gefreut hat sie sich aber über die Lobreden und Blumen, mit denen sie Anfang des Jahres 2003 von   der Landesversammlung der Berliner. Landesgruppe aus der aktiven Arbeit verabschiedet wurde. Wir alle haben ihr stets freundliches Wesen und ihre Zuverlässigkeit schätzen gelernt, im Büro im Deutschlandhaus, in der Kreisgruppenarbeit, auf den Tagesfahrten, an denen sie regelmäßig auch als Mitarbeiterin teilgenommen hat.

Erika Niemann wurde am 24. August 1919 in Deutsch Eylau, Kreis Rosenberg, geboren. Sie war die zweite Tochter des Maurermeisters Josef Schimrock und seiner Ehefrau Hedwig geb. Grünberg. Die elterliche Wohnung lag in einem von ihrem Vater selbst gebauten Mietshaus in der Fischereistraße   5,   direkt   am   malerischen Geserichsee, weshalb es auch ein Bootshaus hatte. Der Vater hat in Deutsch Eylau noch einige weitere Gebäude gebaut, so die Katholische Kirche und die Blücherschule. Erika Niemann besuchte in Deutsch Eylau das Lyzeum. Nach dem Schulabschluss arbeitete sie in der Kämmereikasse des Rathauses. 1939 heiratete sie den Verwaltungsbeamten Ernst Niemann aus Schönebeck/Elbe und zog mit ihm nach Graudenz. Nachdem ihr Mann eingezogen worden war, kehrte sie mit dem Nachwuchs, der Tochter Barbara, nach Deutsch Eylau zurück. Von hier aus trat sie dann im Januar 1945 mit ihren inzwischen zwei Töchterchen die Flucht nach Westen, zu den Schwiegereltern in Schönebeck, an, das dann in die SBZ gelegen kam. Erika Niemann arbeitete im nahen Lohburg in der Verwaltung. Ihr Vater starb 8ljährig in Schönebeck. Im Jahre 1951 flüchtete ihr Mann nach West-Berlin, Erika Niemann folgte im Juli desselben Jahres mit ihren drei Kindern und ihrer Mutter. In Berlin wurde sie noch im selben Jahr Mitglied der Kreisgruppe Rosenberg der Landsmannschaft Westpreußen, für die sie nun über 50 Jahre unermüdlich tätig war.

lsabel l Roch-Niemann/Hk

 

Elfriede Schulz beging ihren 91. Geburtstag

Über Jahrzehnte  hat  Elfriede  Schulz  die Vorstandsarbeit in der Kreisgruppe Elbing geführt und  die  Kreisgruppe  auf hohem  Niveau zusammengehalten.   Ihre   Mitarbeit   in   der Landesgeschäftsstelle wurde ebenso unverzichtbar. Sie und Erika Niemann bildeten ein tatkräftiges Gespann. Wer denkt nicht an die Studienfahrt der Westpreußen auf die Kurische Nehrung zurück, wo Elfriede Schulz im Angesicht ihrer (fast) 90 Lebensjahre im Alleingang die Hohe Düne bei Nidden erklomm!? Aber auch Elfriede Schulz musste erkennen, dass ihre Kräfte nachließen.

Ihren 90. Geburtstag feierte sie 2002 bereits im Seniorenheim „Bavaria II" (Alt-Tempelhof 10-12, 12099 Berlin) im Kreise ihre Landsleute. Nun, am 91. Geburtstag leisteten ihr Landes Vorsitzender Reinhard M.W. Hanke und Frau Käthe Hoffmann (links), die unermüdliche hilfreiche Freundin Gesellschaft. Frau Hoffmann, selbst schon über 83 Jahre alt, bringt ihr jeden Tag die Zeitung und erledigt Besorgungen. Sie ist für Elfriede Schulz ein Glücksfall. Mögen beide noch viele Jahre leben und gemeinsam viel Freude haben.

Hk